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Zecken - die lästigen Plagegeister

Zecken - die lästigen Plagegeister
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Kaum hat man die ersten Frühlingsgefühle, sind sie da, die Zecken, aber in Wirklichkeit waren sie nie weg. Nicht nur wer Hunde oder Katzen hat kennt sie, die kleinen Krabbeltierchen, welche sich erst festbeißen und vollsaugen und dann dick und fett wieder fallen lassen.

Was ist eine Zecke?

Sie haben verschiedene Namen, Holzbock, Auwaldzecken, Igelzecken und Co… egal wie sie nun heißen, ihre Larven (Nymphen) haben den Winter im Boden verbracht und kommen, wenn es warm und feucht ist, aus ihren Verstecken und sind dann sofort aktiv. Manche von Ihnen brauchen gerade mal 4 Grad Aussentempertatur um aktiv zu werden! Also wenn das Wetter an zwei oder drei Tagen hintereinander wärmere Temperaturen hat, kommen sie aus ihren Winterquartier und krabbeln hoch an die Spitze der Grashalme oder auf Büsche, um dort auf vorbeigehende, potentielle Opfer zu warten. Weder vor deinem Hund oder der Katze noch vor uns Menschen machen die Biester Halt. Bis zu eineinhalb Meter können sie hoch krabbeln und brauchen dafür, obwohl sie im Larvenstatium nur 6 Beinchen haben, nur ne halbe Stunde. An ihren Vorderbeinen befindet sich ein besonderes Sinnesorgan: Das Hallersche Organ. Durch das nehmen sie den Geruch ihrer Opfer wahr: Kohlendioxid aus der ausgeatmeten Luft, Schweiß, abgesonderte Stoffe wie Ammoniak oder Butansäure (Buttersäure). So weiß die Zecke schon auf mehrere Meter Entfernung, dass ihr Opfer sich naht.

Um sich weiterentwickeln zu können, brauchen die Spinnentieren eine Blutmahlzeit. Zuerst ritzen sie mit ihren Beißwerkzeugen die Haut an und öffnen sie so; dann versenken sie ihren Stech- und Saugrüssel in ein Blutgefäß und saugen. Bis sie voll sind, kann es mehrere Tage dauern. Dabei vervielfachen sie ihr Gewicht und ihr Volumen bis auf das Hundertfache.

Und dumm sind sie auch nicht, denn die Zecken bevorzugen meistens solche Körperteile, an die man nicht so leicht gelangt, weder der Hund noch der Mensch. Besonders beliebt ist die vordere Hälfte des Körpers; besonders gerne wählen sie den Kopf, aber auch feuchte, warme und gut durchblutete Stellen, an denen die Haut relativ dünn ist, wie in der Achselgegend oder um die Augen und Ohren. Ein paar meiner Follower haben mir berichtet, dass Ihre Hunde mit braunen / dunklem Fell denjenigen mit hellem Fell bevorzugt werden. Vielleicht liegt das ja daran, dass die Zecken da besser getarnt sind, also weniger leicht entdeckt werden.

Die Angst vor der Infektion

Vorweg - Nicht jede Zecke die durchs Gras krabbelt ist mit Krankheitserregern verseucht. Selbst wenn eine infizierte Zecke zubeißt bzw sticht, führt dies nicht automatisch dazu, dass dein Hund sich ansteckt. Die meisten Hunde wurden infiziert und haben die Infektionen längst überstanden und die Erreger besiegt. Ein intaktes Immunsystem ist in der Lage die Erreger verschiedenster Krankheiten in Schach zu halten. Einmal die richtigen Antikörpern generiert, erinnern sich die B-Zellen, das sind die "Gedächtniszellen“, bei einer erneuten Infektion daran und produzieren extrem schnell riesige Mengen Antikörper, die den Erregern keine Überlebenschance geben. Gerade junge Hunde scheinen generell gerne vernascht zu werden, aber hier kann man es sich zum nutzen machen, dass deren Schule des Immunsystems, die Thymusdrüse, noch voll in der Entwicklung steckt und somit sehr schnell lernt die richtige Antikörper zu produzieren und abzuspeichern.

WAS tun - Chemische oder natürliche Prophylaxe?

Am besten wäre es, die Zecken finden deinen und den Geruch deines Tieres widerlich und ziehen es vor, auf das nächste Opfer zu warten.

Die Pharmaindustrie rückt den kleinen Plagegeistern mit schwerem Geschütz zu Leibe, es gibt Tabletten zur innerlichen Anwendung aber auch Spot Ons oder Halsbänder für die äußere Anwendung.
Zum Beispiel Bravecto, Nexgard und Simparica enthalten Ner­vengifte der Gruppe der synthe­tischen Pyrethroide (Permethrin, Flumethrin oder Deltamethrin). Diese Wirkstoffe wirken über das Blut, welche die Zecken von deinem Tier saugen. Bei den Parasiten öffnet es die Natrium-Kanäle der Nervenzell­membran, es kommt zu einer Übererregung und damit letzt­lich zum Tod… ähm ja - also man gibt seinen Hund ein Nervengift was bei ihn nicht wirken soll, aber bei dem Tierchen welches von dem Blut deines Hundes trinkt… Widerspruch???

In der Praxis wird immer wieder von ganz vielen Hundebesitzern berich­tet, dass die Tiere nach der Gabe der leckeren chemischen Zeckenpille neurologische Störungen wie Zittern, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Lethargie, Juckreiz oder einen taumelnden Gang, ja sogar bis hin zu epileptischen Anfällen bekommen haben. Ein hoher Preis für eine vermeintliche Sicherheit welche ja gar keine ist. DENN die Zecke findet deine Hund deshalb trotzdem noch lecker und beißt erstmal kräftig zu, bevor sie merkt, dass das Blut was sie saugt vergiftet ist. bye the way… die Mittelchen brauchen auch ne Zeit bis sie wirken und in dieser können die Infektionen und Krankheitsereger schon fleißig in deinen Hund eindringen und ihren Schaden anrichten. Noch dazu müssen all die Schadstoffe ja auch verstoffwechselt, dass heißt also verarbeitet werden und dies geschieht über die Leber und die Niere deines Hundes. Quasi noch mal mehr eine Belastung des Körpers, welche eigentlich gar nicht sein muss.

Zielführender wäre es also, die kleinen Plagegeister dazu zu bringen auf Ihren Grashalm hocken zu bleiben und dort warten zu lassen bis sie schwarz werden. Genau da setzen nämlich auch viele natürliche Mittel an.

Man versucht den Geruch des Hundes so zu beeinflussen, dass die Zecken den ekelhaft finden und dich und dein Tier gar nicht erst als Opfer geeignet finden. Auch verschiedene ätheri­schen Öle haben durch ihren Geruch etwas an sich, was die Zecken nicht mögen. Diese Wirkung ist wissenschaftlich belegt. Man kann jetzt die Palette der für uns Menschen gut duftenden Öle nehmen und einen Mix daraus basteln der DIE Wirkung schlechthin hat und hat das Wundermittel gefunden… ähmmm NÖ!!! So einfach ist das nicht, denn die Öle sind sehr geruchsintensiv und wenn die Zecken den Duft abscheulich stinkend finden, dann kann dies auch für die sehr empfindlichen Hundenasen nicht gerade gut riechen. Ätherische Öle sind flüchtig und haben eine kurze Wirkdauer und müssen demzufolge öfters eingesetzt und aufgetragen werden. Leider dürfen Sie auch nicht für Welpen genutzt werden oder bei Hunden die an Epilepsie erkrankt sind. DESHALB: Dosiere die ätherischen Öle maßvoll und verwende sie nie pur. Ölmischungen sind länger stabil und müssen daher nicht so häufig aufgetragen werden.

Also Fakt ist: Kein Mittel kann einen hundertprozentigen Schutz garan­tieren. Da die Übertragung von Krankheiten meist zwischen 12 und 24 Stunden nach Andocken der Zecke stattfindet, ist es auf jeden Fall ratsam, nach je­dem Spaziergang den Hund auf ungewollte Mitreisen­de zu untersuchen und diese zu entfernen. Ausserhalb hoffe ich noch auf den Som­mer, denn eine starke Sonneneinstrahlung ver­trägt der gemeine Holz­bock alias die doofe Zecke nicht, da vertrocknet das blöde Vieh.

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